Carola Moosbach

Bereitet die Wege

BWV 248, Teil 1:

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage
(Weihnachts-Oratorium)

Kantate zum 1. Weihnachtstag

1. Chor
Jauchzet, frohlocket! auf, preiset die Tage,
Rühmet, was heute der Höchste getan!
Lasset das Zagen, verbannet die Klage,
Stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!
    Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören,
    Lasst uns den Namen des Herrschers verehren!

2. Rezitativ Tenor
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augusto ausging, dass alle Welt geschätzet würde. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, die da heißet Bethlehem; darum, dass er von dem Hause und Geschlechte David war: auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.

3. Rezitativ Alt
Nun wird mein liebster Bräutigam,
Nun wird der Held aus Davids Stamm
Zum Trost, zum Heil der Erden
Einmal geboren werden.
Nun wird der Stern aus Jakob scheinen,
Sein Strahl bricht schon hervor.
Auf, Zion, und verlasse nun das Weinen,
Dein Wohl steigt hoch empor!

4. Arie Alt
Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben,
Den Schönsten, den Liebsten bald bei dir zu sehn!
    Deine Wangen
    Müssen heut viel schöner prangen,
    Eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!

5. Choral
Wie soll ich dich empfangen
Und wie begegn' ich dir?
O aller Welt Verlangen,
O meiner Seelen Zier!
O Jesu, Jesu, setze
Mir selbst die Fackel bei,
Damit, was dich ergötze,
Mir kund und wissend sei!

6. Rezitativ Tenor
Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippen, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

7. Choral Sopran und Rezitativ Bass
Er ist auf Erden kommen arm,
Wer will die Liebe recht erhöhn,
Die unser Heiland vor uns hegt?
Dass er unser sich erbarm,
Ja, wer vermag es einzusehen,
Wie ihn der Menschen Leid bewegt?
Und in dem Himmel mache reich,
Des Höchsten Sohn kömmt in die Welt,
Weil ihm ihr Heil so wohl gefällt,
Und seinen lieben Engeln gleich.
So will er selbst als Mensch geboren werden.
Kyrieleis!

8. Aria B
Großer Herr, o starker König,
Liebster Heiland, o wie wenig
Achtest du der Erden Pracht!
    Der die ganze Welt erhält,
    Ihre Pracht und Zier erschaffen,
    Muss in harten Krippen schlafen.

9. Choral
Ach mein herzliebes Jesulein,
Mach dir ein rein sanft Bettelein,
Zu ruhn in meines Herzens Schrein,
Dass ich nimmer vergesse dein!

Text: vermutlich Christian Friedrich Henrici (Picander) 1734,
Choräle: Paul Gerhardt (S. 5), Martin Luther (S.9)


Poetischer Kommentar:

Auftakt

Als sie endlich die Stadt erreichten
war es schon dunkel die Herbergen voll
auf sie hatte keiner gewartet
sie fanden den Stall es gab Heu immerhin eine Decke
und dann fing es an durch die Nacht schoss ein Blitz
und sie schrie

Sie keuchte sie presste er hielt ihre Hand und endlich
kam auch das Kind guter Hoffnung es war
wie alle und doch
das Schönste von allen sie lachte die Zeit
stand still

Die Nacht ging zu Ende das Kind schon gewickelt
lag in der Krippe da sah er den Stern
das Dach hatte Löcher
und schmiegte sich an sie und fegte das Schwere
beiseite

Sie spürte sein Lächeln und seufzte
jetzt war alles gut und es sang und es klang
wer kann das begreifen
sie hörte ein Licht sah ins Ferne und Weite
ihr Kind war ein Anfang für viele es schlief
noch

© Carola Moosbach


 


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