Carola Moosbach

Bereitet die Wege

BWV 9: Es ist das Heil uns kommen her
Kantate zum 6. Sonntag nach Trinitatis

1. Choral
Es ist das Heil uns kommen her
Von Gnad’ und lauter Güte.
Die Werk, die helfen nimmermehr,
Sie mögen nicht behüten.
Der Glaub sieht Jesum Christum an,
Der hat g’nug für uns all getan,
Er ist der Mittler worden.

2. Rezitativ Bass
Gott gab uns ein Gesetz, doch waren wir zu schwach,
Daß wir es hätten halten können.
Wir gingen nur den Sünden nach,
Kein Mensch war fromm zu nennen;
Der Geist blieb an dem Fleische kleben
Und wagte nicht zu widerstreben.
Wir sollten im Gesetze gehn
Und dort als wie in einem Spiegel sehn,
Wie unsere Natur unartig sei:
Und dennoch blieben wir dabei.
Aus eigner Kraft war niemand fähig,
Der Sünden Unart zu verlassen,
Er mocht auch alle Kraft zusammenfassen.

3. Arie Tenor
Wir waren schon zu tief gesunken,
Der Abgrund schluckt und völlig ein,
  Die Tiefe drohte schon den Tod,
  Und dennoch konnt in solcher Not
  Uns keine Hand behülflich sein.

4. Rezitativ Bass
Doch mußte das Gesetz erfüllet werden;
Deswegen kam das Heil der Erden,
Des Höchsten Sohn, der hat es selbst erfüllt
Und seines Vaters Zorn gestillt.
Durch sein unschuldig Sterben
Ließ er uns Hülf erwerben.
Wer nun demselben traut,
Wer auf sein Leiden baut,
Der gehet nicht verloren.
Der Himmel ist vor den erkoren,
Der wahren Glauben mit sich bringt
Und fest um Jesu Arme schlingt.

5. Arie Duett Sopran, Alt
Herr, du siehst statt guter Werke
Auf des Herzens Glaubensstärke,
Nur den Glauben nimmst du an.
  Nur der Glaube macht gerecht,
  Alles andre scheint zu schlecht,
  Als daß es uns helfen kann.

6. Rezitativ Bass
Wenn wir die Sünd aus dem Gesetz erkennen,
So schlägt es das Gewissen nieder;
Doch ist das unser Trost zu nennen,
Dass wir im Evangelio
Gleich wieder froh
Und freudig werden;
Dies stärket unsern Glauben wieder.
Drauf hoffen wir der Zeit,
Die Gottes Gütigkeit
Uns zugesaget hat,
Doch aber auch aus weisem Rat
Die Stunden uns verschwiegen.
Jedoch, wir lassen uns begnügen,
Er weiß es, wenn es nötig ist,
Und brauchet keine List
An uns: Wir dürfen auf ihn bauen
Und ihm allein vertrauen.

7. Choral
Ob sichs anließ, als wollt er nicht,
Laß dich es nicht erschrecken;
Denn wo er ist am besten mit,
Da will ers nicht entdecken.
Sein Wort laß dir gewisser sein,
Und ob dein Herz spräch lauter Nein,
So laß doch dir nicht grauen.

(Text: 1,7: Paul Speratus 1523; 2-6: Verfasser unbekannt)


Poetischer Kommentar:

Ohne Dich

verliere ich mich
bleib ich geduckt
unterm Schatten
ohne Dich
fliege ich nicht
sinke ich ein
ins Schwere allein
verrenne ich mich
ins Falsche
Du ziehst mich raus
Du bindest mich ein
über mich hinaus
ins Freie

© Carola Moosbach

 


 

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